Klimawandel ja oder nein, spielt eigentlich keine Rolle.

Die Diskussion um den Klimawandel ist zu einem Hype, zu Hysterie verkommen. Ist der Klimawandel menschenverursacht oder nicht? Die wissenschaftlichen Positionen sind klar. Jede Menge Wissenschaftler und wissenschaftliche Institutionen bescheinigen uns, der Klimawandel ist von Menschen verursacht oder zumindest stark beeinflusst. Auf der anderen Seite gibt es rund achttausend Atmosphärenphysiker, die behaupten, dass ihre Messungen keinen oder zumindest nur einen verschwindend geringen Einfluss der Menschen auf den Klimawandel ergeben. Die eine Gruppe arbeitet mit Hochrechnungen, die andere sammelt nur die Daten von Messstationen.
Wie soll sich ein Mensch jetzt eine Meinung bilden? Kann er das überhaupt? Ja, das geht. Dazu sollte man sich als erstes von dem Glauben verabschieden, die eine oder die andere Seite habe Recht. Wir wissen es nicht. Selbst wenn wir einer der beiden Meinungen absolut vertrauen und fest davon überzeugt sind, sie habe recht, könnte es doch sein, dass wir uns irren. Hier finden wir die berühmte sokratische Dichotomie in der Unterscheidung von Wahrheit und Gewissheit. Etwas ist nicht automatisch wahr, nur weil wir es für wahr halten.
Ein wenig Unaufgeregtheit würde sicher nutzen.
Der zweite Aspekt wäre, einem Aristoteles zu folgen, und seinen Vorschlag zur Meinungsbildung mit zu berücksichtigen. Nemo gratis mendax (niemand lügt ohne Grund), hat Aristoteles gesagt. Glaube nur das, was entweder gegen die Ideologie des Informationsgebers spricht oder wenn zwei unterschiedliche Informationsquellen das Gleiche berichten. Fridays for future ist interessengesteuert. Also darf ich nach Aristoteles nichts davon glauben, einmal abgesehen von der notwendigen fachlichen Kompetenz, die wahrscheinlich bei den Schülern und Schülerinnen nicht vorliegt. Aber sie spielt interessanterweise auch keine Rolle für eine fundierte Meinungsbildung.
Der letzte Aspekt von Aristoteles war, dass wir nur das nur das glauben dürfen, was die Vertreter des menschengemachten Klimawandels und die Gegner des menschengemachten Klimawandels gleichermaßen behaupten. Das einzige, was beide gleichermaßen behaupten ist, der Klimawandel findet statt. Das hilft uns aber überhaupt nicht weiter. Mit Goethe könnten wir sagen, da steh ich nun, ich armer Thor, und bin so klug als wie zuvor.
Aber wir bekommen noch eine Chance aus der Alternativforschung. Immer wenn ich zwei Möglichkeiten haben, sollte ich die Alternative nehmen, die ein paar wichtige Kriterien erfüllt. Eines der wichtigsten Kriterien ist, wähle die Alternative, die bei unerwarteten Folgen am leichtesten rückgängig gemacht werden kann. Gerade der Punkt macht deutlich, warum das Denken in Alternativen so wichtig ist. Was nützt eine Entscheidung, die bei Misserfolg nicht mehr rückgängig gemacht werden kann? Da wäre es doch besser, ich hätte eine Alternative gesucht, die dasselbe Ziel erreichen kann, jedoch im Misserfolg wieder korrigiert werden kann.
Das wäre eine völlig entemotionalisierte Lösung bei der Klimafrage. Da wir nicht wirklich wissen, wer den Klimawandel verursacht, müssen wir Klimaschutz betreiben, völlig gleichgültig, ob wir der einen oder anderen Seite glauben. Denn wenn der Klimawandel nicht menschenverursacht ist (sollte sich das je herausstellen), war es nicht schlimm, die Klimaschutzmaßnahmen durchzuführen. Sollte es jedoch so sein, dass der Klimawandel tatsächlich vom Menschen herbeigeführt wurde, dann wäre es sträflicher Leichtsinn, nichts zu unternehmen. Denn das Nichtstun hat Folgen, die dann später nicht mehr korrigiert werden können.
Es spielt letztlich keine Rolle, ob wir Befürworter oder Gegner des menschengemachten Klimawandels sind. Wenn wir nichts tun, haben wir die Arschkarte gezogen, falls sich herausstellen sollte, der Klimawandel ist menschenverursacht.