Von der Menschenführung zur Lebensführung

Führung im Dialog

Vorwort von Professor Dr. Rupert Lay:

MenschenfuehrungEs gehört zu den Eigentümlichkeiten der Management-literatur, dass sie meistens sehr theoretisch und allenfalls an Fallbeispielen praktisch wird.
Der Autor hat mit hervorragendem Erfolg versucht, die platonische Dialogik zur Grundlage seines Buches zu machen und damit auch die Grundlage für eine dialektische Auseinandersetzung über das Thema der Führung, der Menschenführung bis hin zur Lebensführung zu behandeln. Diese dialogische Methode hat den Vorteil, dass es auch für den Leser zu einem Erkenntnisfortschritt dadurch kommt, dass er sich mit einem der fragenden oder auch antwortenden Personen identifiziert.

Die fragende Person, eine junge Führungskraft, steht vor Aufgaben, die sowohl ihre Führungstechniken, als auch ihre Führungskunst, aber auch ihre Lebensorganisation betreffen, die sie selbst nur unzurreichend beantworten kann und auch beantwortet. In der dialogischen Weiterführung in der Darstellung der Problematik wird eine Lösung angestrebt und im Regelfall auch erreicht, die die Führungstechniken als auch die „Lebenstechniken“ optimiert oder doch zu optimieren hilft.

Wegen der Einzigkeit der dialogischen Darstellung ist dieses Buch beispielhaft für alle Bücher, die versuchen wollen, nicht nur einen bestimmten Lerneffekt zu erzielen, sondern einen Orientierungseffekt zu erreichen. Die Linie, der entlang sich der Fragende orientiert, ist die Erkenntnis seiner eigenen Unzulänglichkeit, die ihn dann dazu bringt, zu fragen oder doch zumindest darüber zu sprechen. Und darin liegt schon eine erhebliche Leistung, die nur wenige aufbringen, aber die wir alle aufbringen sollten.

Der Autor lässt den fragenden, sprechenden, suchenden jungen Menschen von einem erfahrenen, fast weisen Menschen die Fragen beantworten. Diese Antworten sollen keine Patentenrezepte sein und werden in dem Buch auch als solche nicht verstanden, sondern sollen Hinweise, in welcher Richtung der Fragende eine Antwort suchen könnte. Nur selten werden irgendwelche Ratschläge erteilt im Sinne von: „So nur kann man es machen.“ sondern, wenn Empfehlungen gegeben werden, dann in dem Sinne: „Versuche es doch einmal so oder versuche es doch einmal ähnlich. Du wirst in der Frage nach deiner Führung oder der Frage nach deinem Selbst eine Antwort finden.“

Ich denke, dass dieser Hinweis, dass es nicht nur Antworten gibt, die endgültig sind oder dogmatisch eindeutig sind, sondern mit dem Betreffenden das Spiel von Frage und Antwort mit dem Ziel des Erkenntnisfortschritts geführt wird, eine Grundlegung für jede sinnvolle Führung und auch jedes sinnvolle Umgehen mit sich selbst mit sich bringt.

Dieses Buch ist in meiner Wahrnehmung für Menschen geschrieben, die sich entweder in einer Traineeposition oder in verwandten und ähnlichen Positionen auf die schwierigste aller Aufgaben vorbereiten die es wahrscheinlich für einen Menschen gibt, nämlich einen anderen Menschen zu führen, und in ein Frage-und-Antwort-Spiel einzubeziehen, in dem diese Vorbereitung optimal gelingen könnte und sollte.

Zu bedenken ist durchaus, dass Führung im Regelfall nicht nur ein einmaliges Ereignis ist, sondern ein dauerhafter Prozess; so dass selbst erfahrene Führungskräfte in diesem Prozess aus diesem Buch manche wertvolle Hinweise erfahren werden.

Prof. Dr. Rupert Lay

Kurzbeschreibung
Darstellungsform
Erkenntnisse entstehen zumeist in Gesprächen. Das Spiel von Frage und Antwort gehört mit zum Wesen des Erkenntnisprozesses. Die Bücher über Führungsfragen und Führungshandwerkszeug sind jedoch nicht dialogisch geschrieben worden. Dadurch ist deren Wirkung eher akademisch und wenig praktisch. Was bisher fehlte, ist ein im Dialog geschriebenes Buch. In solch einem dialogischen Buch findet sich der Leser leichter wieder, weil er sich mit einer der beschriebenen Figuren und deren Argumentation vielleicht identifizieren kann. Die Fragen, die im Buch von einem der beteiligten Akteure gestellt werden, sind oft die Fragen, die der Leser im Gespräch durchaus auch stellen könnte. Dadurch wird dem Leser das Verstehen erheblich erleichtert. Daneben bietet der Dialog besser als jede andere Form der Darstellung eine Leseleichtigkeit und Spannung, die das leichtere Verstehens stark unterstützen.
Das Buch beschränkt sich auf eine minimalistische Rahmenhandlung. Dadurch wird die Wirkung des Dialogs zusätzlich unterstrichen.

Die Story
Oliver ist eine junge Führungskraft, die Führungsprobleme hat und nicht zu lösen weiß. Robert ist ein älterer Kollege, der Oliver schon als Kind kannte und dessen Probleme miterlebt. Er nimmt Oliver unter seine Fittiche und bietet ihm an, in abendlichen Gesprächen Führungsfragen zu besprechen. Oliver lernt wissbegierig anhand von Erklärungen und Beispielen, seine Führungstätigkeit kritisch zu hinterfragen und dadurch auch zu optimieren.
Er wird vom Führungsverständnis über Selbstmanagement, Problemlösung, Analysefähigkeiten, Philosophie und Weisheit an ein Führungsverständnis herangeführt, das sich sehr dynamisch immer stärker von methodischer Führung löst und personale Führung in den Mittelpunkt stellt. Dadurch wird auch die Lebensführung im Sinne eines „projet de vie“ optimiert.
Der geistige Ziehvater im virtuellen Hintergrund ist Prof. Dr. Rupert Lay, dessen wissenschaftliche und für nicht wenige Leser manchmal schwer verständlichen Erkenntnisse im Dialog zwischen Robert und Oliver leicht verständlich gemacht werden.

Oliver ist mit Amelie verheiratet, die Olivers abendliche Kamingespräche mit Robert anschließend immer wieder kritisch-frotzelnd hinterfragt. Amelie ist so pfiffig und aufmerksam, dass sie noch zusätzlich erforderliche Erkenntnisse mit Oliver erarbeitet und immer wieder den Bezug zum täglichen Leben auch außerhalb eines Führungsalltags herstellt. Durch diese zusätzlichen Dialoge wird immer deutlich gemacht, was der Einzelne von der Menschenführung für die Lebensführung lernen kann.
So findet im Laufe des Buches eine methodische und geistige sowie verantwortungsbereite funktionale und personale Entwicklung Olivers statt, die der Leser begleitet und an sich selbst auch erfahren kann.

Zielgruppen:

  1. Junge Führungskräfte, die Führung lernen oder bisher Gelerntes hinterfragen wollen.
  2. Menschen, die demnächst eine Führungsaufgabe übernehmen sollen.
  3. Erfahrene Führungskräfte, die ihre Führungsarbeit kritisch reflektieren wollen.
  4. Führungskräfte, die sich mehr von der Führungskraft zur Führungspersönlichkeit entwickeln wollen.
  5. Leser von Büchern von Rupert Lay, die diesen noch besser verstehen lernen wollen.
  6. Menschen, die wissen wollen, was man von der Menschenführung für die Lebensführung lernen kann.

 


Rezensionen

Rheinische Post

Manager – zu glatt und wie geklontFühren ist doch ganz einfach, mag so mancher neue Chef denken – und landet damit auf der Nase. Besser ist es folglich, sich auf die Führungsaufgaben vorzubereiten. Also ab in den Buchhandel. Wofür hat der liebe Gott die Fachliteratur erfunden? Doch damit steht der Chef-Novize häufig vor dem nächsten Problem: Die Auswahl ist riesengroß, und den meisten Fachbüchern kann man alles vorwerfern, nur nicht, dass sie besonders spannend wären.

Der auf Personalentwicklung spezialisierte Mönchengladbacher Unter-nehmensberater Ulf Posé ist angetreten, dies zu ändern. Und eines vorweg: Mit seinem Buch “Von der Menschenführung zur Lebensführung” ist es dem 57-Jährigen tatsächlich gelungen, die trockene Materie unterhaltsam zu vermitteln. Des Rätsels einfache, aber effektive Lösung: Posé erzählt eine Geschichte. Die junge Führungskraft Oliver muss erkennen, dass er erhebliche Probleme mit seiner neuen Aufgabe hat. Doch zum Glück findet er im älteren Kollegen Robert einen Mentor, der ihm in abendlichen Gesprächen vermittelt, was dazu gehört, Menschen zu führen. Die beiden sprechen über die problematischen Situationen, die Oliver in seinem Führungsalltag bewältigen muss. So wird das Sachbuch zum Roman – und der Leser unterhalten.
Im Vordergrund aber steht das Gespräch. Ein Lehrbuch in Dialogform? Das klingt irgendwie bekannt. ist es auch. Posé bedient sich bei der Philosophie. Schon Platon nutzte diese Art der Willensvermittlung. “Die dialogische Methode hat den Vorteil, dass es auch für den Leser zu einem Erkenntnissfortschritt dadurch kommt, dass er sich mit einem der fragenden oder auch antwortenden Personen identifziert”, schreibt Posés Mentor und “väterlicher Freund”, Professor Rupert Lay, in seinem Vorwort zum Buch.
Doch nicht nur in der Form unterscheidet sich Posés Buch von anderen. Inhaltlich wendet er sich bewusst gegen die zeitgeistige Manager-Vorstellung. Schon im ersten Kapitel macht Mentor Robert klar: “Sie sehen alle gleich aus, dunkler Anzug von Boss, Kiton,Armani oder Brioni, gutes Schuhwerk von Edwards oder Banfi, erstklassige van Laack-Hemden mit Manchetten […] Nur sehen alle so aus. das wirkt wie geklont! Glatt, zu glatt, ohne Ecken und Kanten. […] Wo bleibt die Zivilcourage? Der Mut zur eigenen Meinung?” An diesen und anderen Stellen im Buchscheint die ehrenamtliche Position des Autor durch. Posé ist Präsident des im vergangenen Jahr gegründeten Ethikverbandes der deutschen Wirtschaft.

Stephan Beckers

Rheinische Post

changeX

Weichmacher

Von der Menschenführung zur Lebensführung. Führung im Dialog – das neue Buch von Ulf D. Posé.

Von Peter Felixberger

Führen ist einem in die Wiege gelegt. Man verlernt es nie. Derart blühender Unsinn hält sich hartnäckig in deutschen Chefetagen. Ein Berater räumt auf mit dem Klischee: Führen, so sein Credo, will gelernt sein. Zu diesem Zweck schickt er einen Managerjüngling in den Dauerdialog mit einem lebensklugen Managersenior. Schritt für Schritt entsteht ein umfangreiches Führungsbrevier. Unbedingte Pflichtlektüre für unberechenbare Choleriker und selbst ernannte Industriekapitäne! Einziger Nachteil: Es klingt zu ideal, um wahr zu sein. Das wirkliche Leben ist zu wild und ungestüm.

Neulich wollte eine Führungskraft weismachen: „Führen muss man doch nicht lernen, entweder kann man es oder man kann es nicht.“ Will sagen: Führen wird einem als Talent in die Wiege gelegt. Man verlernt es nie. Diese Haltung ist in Chefetagen heute ziemlich weit verbreitet. Und auch der Großteil des Managementnachwuchses glaubt an diese Mär. Mit ihr im Gepäck trumpfen junge Führungskräfte auf. Die fatale Folge: Sie kommen schnell und kläglich an ihre Grenzen. Trotz ihres scheinbar angeborenen Führungstalents. In ihrer Verzweiflung schwingen sie dann gegenüber Mitarbeitern entweder die Machtkeule oder machen sich lautlos aus dem Entscheidungsstaub, den sie vorher aufgewirbelt haben. Der frühere Journalist und heutige Berater Ulf Posé hat sich jetzt aufgemacht, mit dem blühenden Unsinn des geborenen Führers oder Vorgesetzten aufzuräumen. Sein Kernsatz lautet: „Führen will gelernt sein, zum Führen wird man nicht geboren.“
Und um nicht Gefahr zu laufen, ein dröges Lehrbuch schreiben zu müssen, hat Posé seine Führungsregeln in eine originelle Geschichte verpackt. Die Story: Ein aufstrebender Jungmanager wird von einem alten Hasen gezähmt. Flankiert von einer Ehefrau, die zu Hause das Nachcoaching übernimmt. In zahlreichen Gesprächen erklärt der lebenskluge Robert Saper dem jungen Oliver Marx, wie dornenreich der Weg zur guten Führungskraft ist.
Entstanden ist ein überaus lesbares Werk, das mit zahlreichen Vorurteilen aufräumt, dabei in der Analyse immer logisch-messerscharf bleibt und mit wunderbaren Aha-Effekten aufwartet. Einziger Nachteil: Der alte Lehrer weiß auf alles eine Antwort. Das nervt zum Ende hin. Vor allem weil er geradezu mit göttlicher Weisheit ausgestattet ist und die ganze Welt im Erklärungsgriff hat. In dieser allfälligen Erklärungshybris hätte etwas mehr Bescheidenheit sicher gut getan. Schließlich staunt man im Alltag nicht selten über rätselhafte Kollegen und Mitarbeiter – ohne jede Chance auf eine Erklärungsfährte.
Dabei weiß es der Autor selbst ganz genau. Führung findet nicht im wissenschaftlich- keimfreien Labor statt, sondern ereignet sich auf freier Wildbahn. Dort, wo begriffliche Kohärenz und logische Konsistenz gerne Schiffbruch erleiden. Dort, wo es darauf ankommt, mancher Situation intuitiv und unvoreingenommen zu begegnen. Posé jedoch klammert sich an die streng wissenschaftliche Vermessung: „Führen ist ein dialektischer Prozess. Der Führende hat die Aufgabe, die Unternehmensinteressen, Mitarbeiterinteressen, persönliche Interessen, Marktgegebenheiten und die aktuelle Unternehmenssituation miteinander in Einklang zu bringen.“ Sie alle beeinflussen sich gegenseitig, und vor allem beeinflussen sie die jeweilige Führungsentscheidung. Die gute Führungskraft, so der Autor, ist sich darüber bewusst, welcher Facette er gerade mehr Beachtung schenkt: Mitarbeiter oder sich selbst, Unternehmen oder Markt. Das klingt alles streng rational, ein bißchen blutleer. Wutausbruch und Zornesröte kommen nicht vor.
Posé entwickelt im Verlauf des Buches eine Typologie von Managern und stellt jeweils zahlreiche Regeln auf, wie man sich in bestimmten Situationen verhalten soll. Zum Beispiel: Der delegierende Manager. Was ist die oberste Regel für ihn? Klar: „Man kann nur delegieren, was den Fähigkeiten eines Mitarbeiters angemessen ist.“ Doch Vorsicht! Schnell sind Missverständnissen und Fallstricken Tür und Tor geöffnet. Wie viele Befugnisse und Kompetenzen will ich eigentlich abgeben? Wie lange? Und vor allem an wen? Die Antworten sind eindeutig: Man solle immer vollständige Aufgaben und nicht nur Teilgebiete delegieren. Zudem immer dauerhaft und nicht nur von Fall zu Fall. Und schließlich an den, dessen Kompetenzen punktgenau mit der delegierten Aufgabe zusammen passen.
Woher aber weiß ich das? Indem man angemessen mit den Mitarbeitern kommunziert und sie besser kennenlernt. Wie aber spricht der kommunikative Manager? „Sprich Du-zentriert.“ Sich selbst also weniger wichtig nehmen und das Andersdenken und Anderssein des Gegenüber respektieren. Das wusste schon der alte Platon, für den es zudem von höchster Wichtigkeit war, die Gefühle des Gesprächspartners stets positiv anzusprechen. Das erhöhe nämlich die Akzeptanz der eigenen Argumente.
Führung kann man also lernen. Schritt für Schritt entfaltet Posé die wichtigsten Regeln. Und unterzieht sie mit Fragebögen und Checklisten einer persönlichen Überprüfung durch den Leser. Führung kann man also lernen. Nicht ganz, möchte man dem Autor nach der Lektüre zurufen. Manches wird sich nie erschließen. Beispielsweise, warum sich knapp 90 Prozent der Topmanager noch immer nicht an Posés Regeln halten. Dennoch: Wer das humanistische Führungsverständnis, das in diesem Buch ausbuchstabiert wird, näher kennenlernt, ist schnell fasziniert. Vor allem von der Selbstverständlichkeit eines toleranten Umgangs zwischen Andersdenkenden. Denn merke: Letztlich beginnt Führung immer an der Weggabelung: Ich und Du sind Andersdenkende.
Und so wünscht man manchem Choleriker oder Mr. Unberechenbar in den Chefetagen dieses Buch auf den Schreibtisch. Vielleicht um einmal zu lesen, was eine weise Führungspersönlichkeit wirklich auszeichnet. Denn diesbezüglich antwortet der alte Lehrer am Ende des Buches: Sie „bedenken, selbst im Konflikt, dass ein Gesprächspartner immer ein Mensch mit einer persönlichen Geschichte ist, voller enttäuschter Hoffnungen, voller Freuden, voller Leiden, geprägt von seinen Erwartungen, seinen Träumen und seiner Trauer. Und wenn die Führungspersönlichkeit sich dies immer wieder klar macht und dem Mitarbeiter mit Achtung begegnet, dann ist es sehr schwer, unweise zu sein.“ Wie leicht es ist, weise zu sein.

Peter Felixberger ist Geschäftsführer und Chefredakteur von changeX.

perspektive: blau

Führung leicht gemacht

Ulf D. Posé räumt in seinem Buch Von der Menschenführung zur Lebensführung mit dem alten Vorurteil auf, dass Führung nicht erlernbar wäre, sondern den späteren Managern in die Wiege gelegt werde. Der Autor vertritt die Meinung, dass man sich auf Führungsaufgaben vorbereiten kann und gibt dem Manager mit seinem neuen Buch ein brauchbares Hilfsmittel an die Hand. Bei der Riesenauswahl an Fachliteratur zum Thema Führung hat der Leser die Qual der Wahl. Die meisten dieser Bücher müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht besonders spannend zu sein und immer zu theoretisch zu bleiben. Wie aber kann man diese trockene Materie unterhaltsam vermitteln? Ulf D. Posé zeigt, wie das geht. Er erzählt eine Geschichte. So gelingt es ihm, Sachbuch und Roman zu vereinen sowie den Leser gleichermaßen zu unterhalten und ihm Wissen zu vermitteln.

Die Story: Die junge Führungskraft Oliver übernimmt neue Aufgaben, wozu auch verstärkt die Führung von Mitarbeitern zählt. Da er immer schon gut mit allen auskam, fühlt er sich gut gewappnet für die neue Stelle. Schon bald aber treten die ersten Probleme auf und die anfänglich so einfach scheinende Aufgabe droht Oliver über den Kopf zu wachsen. Doch glücklicherweise findet Oliver im älteren Kollegen Robert einen Mentor, der ihm in abendlichen Gesprächen die Regeln der Führung näher bringt. Robert ist ein alter Hase und entpuppt sich als weiser Ratgeber.—- Amelie, Olivers Ehefrau, hinterfragt immer wieder kritisch Olivers Gespräche mit Robert und schafft es so, einen Bezug zum täglichen Leben herzustellen.

Auf diese Weise gelingt es dem auf Personalentwicklung spezialisierten Unternehmensberater Posé, eine Brücke zu schlagen zwischen den Regeln der Mitarbeiterführung und der eigenen Lebensführung.

Im Vordergrund des Buches steht also das Gespräch. Posés Buch ist ein Lehrbuch in Dialogform. Diese Darstellungsform ist der Philosophie entlehnt und geht auf Platon zurück. Den Nutzen dieser Form erklärt Professor Rupert Lay, Posés Mentor und »väterlicher Freund«, in seinem Vorwort zum Buch folgendermaßen: »Die dialogische Methode hat den Vorteil, dass es auch für den Leser zu einem Erkenntnisfortschritt dadurch kommt, dass er sich mit einem der fragenden oder auch antwortenden Personen identifiziert.«

Auch was den Inhalt betrifft, sind deutliche Unterschiede zu herkömmlichen Lehrbüchern zur Führung erkennbar. Die vorherrschende Vorstellung von Managern – ohne Ecken und Kanten, aalglatt – findet sich im Buch nicht wieder. Schon im ersten Kapitel bemängelt Mentor Robert das Erscheinungsbild – alle sehen gleich aus, wie geklont. Das äußere Bild spiegelt sich in der fehlenden Zivilcourage und dem Mut zur eigenen Meinung.

Vor dem Hintergrund dieses Managerbildes, das beeinflusst scheint von Posés Tätigkeit als Präsident des Ethikverbandes der deutschen Wirtschaft, entwickelt der Autor eine Typologie von Managern und stellt zahlreiche Regeln auf, wie sich Führungskräfte in bestimmten Situationen verhalten sollen. Demnach sollte der delegierende Manager nur delegieren, was den Fähigkeiten des Mitarbeiters entspricht und sollte darauf achten, dass entsprechende Befugnisse und Kompetenzen zugestanden werden und Delegation immer auch umfassende Instruktionen und Information notwendig macht. Der kommunikative Manager führt Verhandlungen erfolgreich, wenn er sich auf andere Menschen einstellen, deren Gefühle positiv ansprechen sowie in Bedingungen denken kann.

Führung kann man also lernen. Im Laufe des Buches legt Posé die wesentlichen Regeln dar. Checklisten und Fragebögen helfen dem Leser, die Regeln persönlich zu überprüfen. Nun ist es am Leser, diese Regeln auch umzusetzen oder die Verhaltensweisen der Führungsspitzen öfter einmal in Frage zu stellen.

perspektive: blau

Führen will gelernt sein

Das Führen von Mitarbeitern wird nicht in die Wiege gelegt, man kann es lernen. Davon ist Ulf D. Posé überzeugt, der dazu ein lesenswertes Buch geschrieben hat.

Ethik in der Wirtschaft ist modern geworden – zumindest als Schlagwort. Nicht nur betriebswirtschaftliche Ziele sollen zählen, sondern auch weiche Faktoren wie Verantwortung für Personen und Umwelt und vor allem menschliches Miteinander. Dass das schwerer ist, als man meinen sollte, haben viele aus eigener Anschauung, aus eigenem Versuchen und eigenem Erleiden erfahren. Und jene Gattung von Entscheidungsträgern, die die alte Weisheit pflegen, dass man zum Führen geboren werde müsse, wird gottlob immer weniger.
Führen kann man lernen, ist das Credo von Ulf D. Posé. Im Hauptberuf berät er Unternehmen bei der Auswahl der Mitarbeiter, schult und fördert die Fähigkeiten des Personals. Wer seien Rat sucht, ist überzeugt davon, dass der Erfolg eines Wirtschaftsbetriebs vor allem von der Fähigkeit, der Einsatzfreude und der Kompetenz der Belegschaft abhängt. Jetzt hat Posé ein Buch geschrieben quasi als Anleitung für Führungskräfte, diese Komponenten bei den Mitarbeitern zu fördern, und dabei gleichzeitig selbst zu gewinnen: Lebens- und Menschen Erfahrung.
Management-Ratgeber gibt es viele; zumeist verlieren sie sich in trocken-nüchternen Darstellungen und theoretischen Abhandlungen. Posé, im Ehrenamt Präsident des Ethikverbands der Deutschen Wirtschaft, ist von dieser Form abgewichen. Ihm gelingt der Versuch, über zwei Hauptpersonen, die ständig im Dialog miteinander sind, eine Geschichte zu erzählen und darüber seine Botschaften zu vermitteln. Daraus wird eine leichte Lektüre mit ernstem Hintergrund. Posé stellt dabei zahlreiche Regeln auf den Kopf, die viele Managergenerationen überlebt haben. Nicht aalglatt und knallhart, sondern überlegt, überzeugend und konsequent sollen Führungskräfte sein. Ein Buch, das zum Nachdenken und Handeln anregt.

Südwestpresse