Würde ist mehr, als nur ein Verb im Konjunktiv!

kolumne_blIn China hat ein Motivationstrainer acht Mitarbeiter einer Bank auf großer Bühne antreten lassen, sie gefragt, warum sie so misserfolgreich sind, und dann nacheinander mit einem Holzstück mehrfach auf den Hintern geschlagen. Das volle Auditorium von Kollegen sah dabei zu. Befragt, ob er sein Tun nicht für menschenunwürdig halte, meinte der Trainer, es sei für ihn o.,k., er würde das schon jahrelang so machen, und es hätte sich noch niemand darüber beschwert. Das glauben Sie nicht? Hier der Link: http://www.n-tv.de/panorama/Bank-laesst-Angestellten-den-Po-versohlen-article18003051.html.
Zwar steht in unserem Grundgesetz, die Würde des Menschen sei unantastbar, sie zu achten und zu schützen sei Aufgabe aller staatlichen Gewalt. Was aber ist Würde, worin drückt sie sich aus, wie wird sie im täglichen Umgang miteinander realisiert?
Es wird immer I. Kant zitiert, wenn es um Würde geht. Sein zweiter kategorischer Imperativ ist die erste Definition von Würde. „Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.“
Das bedeutet, ein Mitarbeiter sollte niemals nur Mittel zum Zweck sein, sondern jederzeit auch das Ziel meines Handelns. Das bedeutet, wer Mitarbeiter funktionalisiert oder auch nummeriert im Sinne von: „Sie müssen 3,5 Mitarbeiter abbauen, entwürdigt sie. Mit solchen Aussagen werden Menschen verzwecklicht, die einzelne Person, das Individuum spielt keine Rolle mehr.

Würde setzt die Einmaligkeit des Menschen voraus (nicht das Genom). Meine Würde ist die Einmaligkeit der Werte, die ich mir schaffe.